• Ex Libris




    Literatur und Schrift
    in der Sammlung Bosshard

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Kunstwerk des Monats

Februar und März 2020

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Klaus Born 
(*1945 in Hätzingen, Glarus)

Ovid – Metamorphosen (1. Buch), 2012

Radierungen, gedruckt vom Künstler in der Druckwerkstatt Lenzburg
Blattmass: 70 x 55 cm,
20 Blätter, Auflage 3/7
Inv.-Nr. 4372


Basierend auf dem berühmten Meisterwerk Metamorphosen des römischen Dichters Ovid (43 v. Chr. – ca. 17 n. Chr.) erzählt Klaus Born in seinem Werk Ovid – Metamorphosen (1.Buch) eine uns allen vertraute Geschichte: die Entstehung der Erde und der Menschheit. Wie der lateinische Originaltitel Metamorphoseon libri (auf Deutsch «Bücher der Verwandlungen») andeutet, bilden Prozesse der Verwandlung, so etwa jener eines Gottes in ein Tier oder eine Pflanze, den eigentlichen Kern der Erzählung.

Das Werk Metamorphosen entstand vermutlich in den Jahren zwischen 1 und 8 n. Chr. und umfasst insgesamt 15 Bücher, welche aus je 700-900 Versen in Hexameter bestehen. Die narrative Poesie, die über 250 Mythen römischen und griechischen Ursprungs in sich vereint, wurde unmittelbar nach ihrem Entstehen zu einem der bekanntesten und einflussreichsten literarischen Werke der abendländischen Kultur und entwickelte sich sowohl in der Literatur wie auch in der bildenden Kunst zu einer unersättlichen Inspirationsquelle für das künstlerische Schaffen nachfolgender Generationen.

Borns Arbeit ist ein Zusammenspiel von Literatur und Bild und verbindet so gleich zwei Kunstformen. Das Medium Buch tritt in den grossen Papierblättern sowie in den aufgedruckten Textausschnitten deutlich zum Vorschein. Die Texte auf den Blättern folgen einer inneren Chronologie und beinhalten wesentliche Bestandteile der Erzählung, so beispielsweise die Bevölkerung der Welt mit Tieren und dem Menschen:

«Und dass keinem Bereich an eigenen Wesen es fehle (…)
Gaben die Wellen als Wohnraum den glänzenden Fischen sich hin,
Empfing die Erde Getier, die bewegliche Luft ihre Vögel.
Heiliger aber als sie ein Wesen noch fehlte, das hohen
Sinnes fähiger sei und die übrigen könne beherrschen.
Und es wurde der Mensch.»

Die volle Wirkung des Werkes von Born entfaltet sich aber erst durch die teils farbigen, teils schwarz-weiss gehaltenen Abbildungen, deren Anzahl, Grösse und Form von Blatt zu Blatt stark variieren. Sie dienen nicht nur der Unterstützung des Textes, sondern werden selbst zu Trägern der erzählten Geschichte. Passend zu seinem Titel, kann auch Borns Werk als eine Verwandlung des ursprünglichen Stoffes Ovids betrachtet werden und reiht sich damit in eine lange Tradition der Wieder- und Neuerzählung ein.

 

Klaus Born (*1945 in Hätzingen, Glarus) ist Maler, Zeichner und Grafiker. Nach einer Lehre als Buchhändler, besuchte er 1973-1977 die Kunstgewerbeschule und absolvierte eine Ausbildung zum Zeichnungslehrer. Borns künstlerisches Schaffen ist vielfältig und umfasst nebst Malereien, Zeichnungen, Aquarellen, Grafiken und Wandbildern, auch zahlreiche Künstlerbücher. 

Text: Ronja Eggenschwiler

Das «Kunstwerk des Monats Februar» ist Teil der Ausstellung «Ex Libris. Literatur und Schrift in der Sammlung Bosshard» und kann noch bis 10. Januar 2021 im Kunst(Zeug)Haus besichtigt werden.



Abb. 1: Klaus Born, Ovid – Metamorphosen, 2012, 20 Blätter, Sammlung Kunst(Zeug)Haus

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