
Rita Ernst (*1956)
Waagrecht-Senkrecht, 1986
Holz (bemalt und lackiert)
je 20 x 20 x 4 cm
Inv.-Nr. 1009
Wie Schriftzeichen muten diese drei Objekte der Serie Waagrecht-Senkrecht an. Sie laden uns ein, sie zu lesen, zu analysieren und gemeinsam mit der Künstlerin die Möglichkeiten der Kombination von waagrechten und senkrechten Linien auszuloten. Wie bei einem Baukastensystem kreiert Rita Ernst mittels Additionen, Überlagerungen und Kombinationen Bausteine für ihr Formenrepertoire. Der Künstlerin geht es nicht um eine stringente mathematische Ordnung oder Reihe. In der Regelmässigkeit plant sie das Abweichende mit ein. Die Unordnung ist Teil der Ordnung. Dies zeigt sich vor allem an den gelben, roten, grünen und blauen Lackanstrichen an den Seiten. Sie intensivieren und unterstreichen buchstäblich die Nichtfarbe Schwarz der Schauseite. Beinahe zärtlich färben die bunten geometrischen Flächen mittels Lichtreflexionen auch die weiss-gräuliche Wand hinter sich ein und lassen das Schwarz noch stärker vibrieren. Ernst führt uns das magische Spiel vor Augen, wenn Farbflächen aufeinandertreffen – ein Spiel, welches die Künstlerin seit Jahrzehnten immer wieder in den Bann zieht.
Rita Ernst (*1956, Windisch) pendelt zwischen Sizilien und Zürich und arbeitet mit verschiedenen künstlerischen Medien: Konzeptkunst, Zeichnung und Malerei. Nach ihrem Studium an der Kunstgewerbeschule in Basel beginnt Ernst 1976 ihren eigenen Stil zu entwickeln. In ihren Arbeiten experimentiert die Künstlerin mit der Anordnung und Transformation geometrischer Körper im Raum, dem Spiel von Licht und Schatten, der Struktur architektonischer Objekte und der Kombination von Farben. Ernst ist ausländisches Ehrenmitglied der Freien Akademie für Literatur und Kunst in Budapest.
Text: Julianna Ban
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Rita Ernst (*1956)
Waagrecht-Senkrecht, 1986
Wood (painted and varnished)
each 20 x 20 x 4 cm
Inventory no. 1009
These three objects from the series Waagrecht-Senkrecht (Horizontal-Vertical) resemble characters. They invite us to read, analyze, and explore with the artist the possibilities of combining horizontal and vertical lines. Like a modular system, Rita Ernst creates building blocks for her repertoire of shapes through additions, overlays, and combinations. Ernst is not concerned with a stringent mathematical order or sequence. She incorporates the irregular into regularity. Disorder is part of the order. This is especially evident in the yellow, red, green, and blue paint on the sides, which intensify and highlight the non-color black on the front. Almost tenderly, the colorful geometric surfaces also tint the white-gray wall behind them through reflections of light, thus intensifying the vibration of the black. Ernst presents us with the magical interplay when color fields meet—a phenomenon that has captivated the artist for decades.
Rita Ernst (*1956, Windisch) divides her time between Sicily and Zurich and works in various artistic media, including conceptual art, drawing, and painting. After studying at the Kunstgewerbeschule in Basel, she began developing her style in 1976. In her works, she experiments with the arrangement and transformation of geometric bodies in space, the play of light and shadow, the structure of architectural objects, and the combination of colors. Ernst is an honorary foreign member of the Széchenyi Academy of Literature and Arts in Budapest.
Text: Julianna Ban
